Dort befinde ich mich gerade. Seit dem Wochenende kann ich (gefühlt) gar nicht mehr aufhören zu weinen.
Warum? Weil meine Lebensplanung, die ich mir im letzten halben Jahr erträumt habe, wahrscheinlich wie eine Seifenblase platzen wird. Noch weiß ich nichts 100%iges, weil ich - wieder einmal - zu feige bin, den allerletzten Schritt zu wagen, aber das muss wird noch kommen. Sonst gehe ich kaputt. In meiner Vorstellung wollte ich in den nächsten Jahren nie ein Haus, ein Auto oder ein Boot (so wie in dieser bescheuerten Sparkassen-Werbung). Nein, ich will etwas viel Kleineres, Subtileres.
Aber mit einer einzigen Aussage heißt es auf einmal... Aus der Traum? Vielleicht. Und dann? Wie sollte es weiter gehen? Ich bin überfragt.
Das Leben kann manchmal ganz schön ungerecht sein. Es reicht ja nicht aus, dass ich eine immer größer werdende Sozialphobie(?)* entwickle oder dass ich von einer Form der Essstörung** in die nächste renne, nein, jetzt habe ich auch noch die Befürchtung, dass sich mein ganzes Leben einmal umkrempeln wird. Dabei bin ich kein Freund von Veränderungen***. Schon gar nicht, wenn sie so plötzlich kommen.
* Sozialphobie ist das falsche Wort, aber ich finde gerade nicht den richtigen Ausdruck dafür. Ich arbeite gern mit Menschen zusammen, bin auch gern von Menschen umgeben. Aber ich bin nicht imstande Kontakte eingehend zu pflegen. Auch wenn es Menschen sind, die ich im Grunde meines Herzens sehr mag und mit denen ich viele tolle Sachen erlebt habe. Beispiel? Ich hatte beim Studium eine wirklich tolle Freundin, mit der ich (fast) von Anfang an in einer WG zusammen gewohnt habe. Nach dem Studium haben wir uns noch 2-3 Mal getroffen, um auf Partys zu gehen oder um einfach zusammen zu sitzen und zu quatschen. Aber seit ca. 2 Jahren schaffe ich es nicht mehr, sie anzurufen oder zu schreiben oder... irgendetwas zu machen. Ich vermisse unsere gemeinsame Zeit sehr, weiß aber auch, dass unser Verhältnis nie wieder so sein wird wie beim Studium. Schon allein, weil sie jetzt in Nordrhein-Westfalen lebt und ich in Thüringen. Das macht mich traurig. Aber ich bin wie apathisch, wenn es darum geht, etwas an diesem Zustand zu ändern. Und dabei wäre es so leicht...
**Ich hatte schon seit meiner Jugendzeit ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Was der Auslöser war, weiß ich nicht. Richtig schlimm wird es aber immer, wenn ich unter Stress stehe. So war es zum Beispiel kein Wunder, dass ich während meiner Diplomarbeitsphase (ca. 4 Monate) nur noch unter 50 kg gewogen habe. Nach dem Studium, als ich nach Leipzig gezogen bin, hat sich das wieder normalisiert. Wenn man bei mir überhaupt von "normal" reden kann. Zumindest hat sich mein Umfeld keine größeren Sorgen mehr machen müssen, da ich zumindest äußerlich wieder ok war. In traurigen oder stressigen Phasen bin ich trotzdem wieder in alte Muster gefallen oder habe ganz neue (gestörte) Verhaltensmuster für mich entdeckt. Die Phase in Würzburg war ganz okay, was sicher auch an meinem easylife dort gelegen hat. Ganz ehrlich? So wenig wie bei meinem dortigen Arbeitgeber habe ich noch nie in meinem Leben gearbeitet. Ja, und dann kam Ende 2010 meine rettende freie Arbeitsstelle in einer kleinen Thüringer Stadt... und die neue Arbeitskollegin... und die neue Essstörung. Und da bin ich bis heute noch nicht drüber weg.
Dabei möchte ich doch einfach ganz normal sein. Wie alle anderen auch. Aber es ist so verdammt schwer.
*** Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich irgendwann aus der WG in Leipzig raus wollte. Dort wurde reger Menschentausch vollführt, sodass wir fast jeden Monat ein neues Gesicht in einem WG-Zimmer hatten. Und die Einrichtung und Wände sahen auch ständig anders aus. Ich hab ja nichts gegen Dekorationswechsel, aber ich brauche auch Beständigkeit. Ich bin da leider wie eine alte Glucke, die sich nicht wohl fühlt, wenn nie Ruhe einkehrt und ständig alles in Bewegung ist.
Außerdem war ich dort - schon durch meinen Beruf - immer irgendwie außen vor. Die anderen waren alle Studenten und hatten Zeeeeeiit ohne Ende (obwohl Studenten ja gern das Gegenteil behaupten.
Aber ich weiß es besser. Ich war schließlich auch mal Studentin). Nichtsdestotrotz will ich diese Zeit nicht missen. Schon allein, weil ich durch die WG-Leute einige interessante Menschen kennengelernt habe, die mir noch interessantere Kneipen in Leipzig gezeigt haben.
Aber ich weiß es besser. Ich war schließlich auch mal Studentin). Nichtsdestotrotz will ich diese Zeit nicht missen. Schon allein, weil ich durch die WG-Leute einige interessante Menschen kennengelernt habe, die mir noch interessantere Kneipen in Leipzig gezeigt haben.
Soviel zu meinem Seelenstriptease.
Nun hoffe ich, dass das nicht das beschissenste Weihnachtsfest seit 2006 wird. 

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen